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 Historiker haben seit dem 19. Jahrhundert bis heute

zahlreiche Bücher über König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen veröffentlicht. Allerdings haben sie nur sein offizielles Bild, seine Reden, seine Auftritte in der Öffentlichkeit, das Bild, das durch seine Umgebung überliefert wurde, jedoch nicht seine privaten Ansichten interessiert. Sonst wäre der umfangreiche Briefwechsel mit seiner Gemahlin Elisabeth schon längst veröffentlicht worden.

Die Königin Elisabeth von Preußen Gesellschaft e.V. beschäftigt sich seit 2012 mit diesem Thema. Nun ist der 3. Band des Briefwechsels aus den Akten des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz  fertig.

Die Freigabe des Buches für den internationalen Buchhandel erfolgte am 14.1.2020.

 

Dorothea Minkels, 1. Vors. der KEG e.V. (Herausgeber)

Briefwechsel des Königspaares

 Friedrich Wilhelm IV. & Elisabeth von Preussen

3. Band: 1844-1845 

Der Industrie- und Kunstförderer & die Protektorin sozialer Einrichtungen.

 

 

 

 

Großformat (19x27 cm), 604 Seiten, davon 32 in Farbe, Brillantpapier, Hardcover gebunden,

ISBN 9783749402946.

Die 171 Briefe des Königs und der Königin aus den Jahren 1844-1845 dienten als Ersatz für Tagebucheintragungen. Lassen Sie sich entführen in den Alltag der  hohen Herrschaften, wenn der Ehepartner auf Reisen war. Begleiten Sie den König bei seinen Reisen zu anderen Herrschern - oder auf einem Bauernwagen in die Überschwemmungsgebiete in Ostpreußen.

Beobachten Sie das Familienleben bei der kinderreichen Verwandtschaft in Preußen, Sachsen, Bayern und Österreich. Werden Sie indirekt Zeuge dramatischer Ereignisse oder besuchen Sie mit dem Königspaar die Gewerbeausstellung des Deutschen Zollvereins im Berliner Zeughaus 1844.

 

 Streifzug durch das Inhaltsverzeichnis:

...

2.3. März 1844: Konzert mit Gräfin Rossi im roten Saal der Königin

...

2.4. / 16. E. , Brief 100 ... : "Halb tot nach zweistündigem Aufenthalt in der Elisabethschule"

...

2.5. Die Königin bei der Spezial-Jahresprüfung aller Berliner Erwerbsschulen

...

2.5. / 30. FW IV., Brief 104 (Cotbus, ... Abends):

Die Fahrt durch den Spreewald, die Alle meine Erwartungen übertroffen hat.

....

2.6. / 1.  FW IV., Brief 106 (Görlitz,... Abends)

Eine enorme Masse Volkes begleitete und empfing mich.

...

2.6. / 3. FW IV. (Frankfurt/ O., ...)

Gestern in der herrlichen Kirche zu Görlitz.

...

2.6. / 15, FW IV. Brief 108: 

Mit dem russischen Kaiser im Stettiner Schloss.

...

2.6. .... Finanzierung der Kapelle auf dem Mühlen-Portal des Berliner Schlosses.

...

2.8. / 11.-12. FW IV. , Brief 109 

Kaisertreffen in Wien

...

2.8. / 17. E., Brief 110 (Ischl, ...)

Seit gestern war eine förmliche Sündfluth.

...

2.8. / 23. FW IV., Brief 119 (Waldenburg, ...)

In Niederschlesien waren alle Dörfer geschmückt.

...

2.8. / 29. FW IV. Brief 124 (Königsberg)

Grundsteinlegung für den Neubau des Hauptgebäudes der Universität Königsberg.

...

28. / 31. E., Brief 119 (Ischl)

Wir fuhren ins Salzgebäude und ließen uns wiegen.

...

2.8. / 31. FW IV.  Brief 122 (Königsberg)

Verwüstete Weichsel-Gegenden - hier, in Ostpreußen und Litthauen auch.

...

2.9. / 3.  E. Brief 121 (Ischl ...)

Die Aussicht [...] durch eine camera obscura ist göttlich.

...

2.9. / 8. E.Brief 125 (Possenhofen ...)

Ich bin so von Hize, Staub, EMotionen aller Art erschöpft.

...

 2.9. / 25.

Die Gemeinsame Rückkehr des Königsppares nach Berlin.

...

2.10. /. 29. E. Brief 129 (Sans Souci ...)

"Ich fuhr nach Potsdam ins Elisabethstift, wo ich recht zufrieden war.

...

2.12. Eine Preußenoper zur Wiedereröffnung des Opernhauses am 7.12.1844.

...

3.1. / 11. FW IV. Brief 138 (Neu-Strelitz ...)

Die Depeschen sende ich Dir, wegen Interessantem aus Paris, bes. aus München.

...

3.4. / 10. E. Brief 140  (Dresden ...)

Noch immer wird Wasser gepumpt im Palais und Schloß, Tag und Nacht.

...

3.4. / 11. FW IV. , Brief 146 (Potsdam ...)

"6 Stunden Vortrag der Cabinetts Minister u jetzt muß ich wieder anfangen."

....

3.4. / 12. E. , brief 142 (Dresden ...)

Alte Bücher besehen mit Maskeraden u Aufzügen des Hofes August III.

...

3.4. / 29. FW IV., Brief 149 ( Potsdam)

Meine Visite-Besuch beim rothen Paul.

...

3.5. / 29. E. Brief 143 (Sans-Souci ...)

Fürst Pückler ist in die Klauen der Gräfin Hatzfeldt geraten. ...

3.5. / 30. FW., Brief 152 (Thorn ...)

Sehr brave Leute - und Neu-Catholiken.

...

3.6. /  1. FW. IV., Brief 154

Auch Sonntag morgens Berichte des Adjutanten und des Ministeriums!

...

3.6. / 3. FW IV. Brief 156 (Lötzen ...)

Unterwegs sah ich 900 arme Leute am Wege arbeiten.

...

3.6. / 4. FW IV., Brief 157 (Lyck)

Der König besichtigt 2 Bauernhäuser in Mostolten.

...

3.6. / 6. E. Brief 149 (Sanssouci ...)

"Du siehst verwüstete Gegenden und traurige Menschen."

...

3.9. / 21. FW IV. Brief 192 (Berlin, ...)

Ich habe Deinen Brief in Deinem Thürmchen im Fenster nach dem Platz gelesen.

...

3.9./ 22.  FW IV.  Brief 193 (Berlin, ...)

Die Verschönerungen im weißen Saal interessirten u freuten Charlotte sehr.

...

5. Fazit: Briefe als Tagebuch-Journale.

...

5.3. Die Landesmutter bewältigte viele Aufgaben.

...

5.6. Beschreibungen des Lebens im Berliner Schloss und Schlössern in Potsdam.

...

5.12. Zum Nutzen dieser Briefe für verschiedene Forschungszweige.

...

6.2. Abbildungen aus den Heften Das Hoffest zu Ferrara im Schloss zu Berlin.

 

 

 

 

 

Die Buchvorstellung von Band 3

fand am Sonntag, den 29. September 2019, um 15 Uhr in Berlin-Frohnau statt.

 Vielleicht fragen Sie sich, wieso wir die Lesung ausgerechnet in Frohnau machen, obwohl der Ort zu Lebzeiten des Königspaares noch gar nicht gegründet war. Es gibt tatsächlich in einem Brief einen lokalen Bezug - über den Namen des Fürsten Donnersmarck. Jeder Frohnauer kennt hier den Donnersmarck-Platz und die Fürst Donnersmarck-Stiftung. In dem Brief geht es um den Vater des Frohnauer Stifters Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck (1830-1916). Sein Vater, Carl Lazarus Graf Henkel von Donnersmarck (1772-1864), war der Besitzer von Industrie- und Bergbau-Betrieben [in Siemianowitz] bei Kattowitz. Er hatte das 1. Puddel- und Walzwerk auf deutschem Boden erstellt und 1840 mit dem Bau der oberschlesischen Eisenbahn begonnen. Graf Henkel stand auf der dem folgenden Brief beigelegten Liste von 37 Gästen beim Diner am 20. August 1844 im Schloss Erdmannsdorf. Hier folgt ein kurzer Auszug aus dem Brief zum Zinkfürst[en] beim Diner des Königs. Der Fantasie-Name Zinkfürst rührte daher, dass Graf Henkel schon 1828 die größten Kapazitäten zur schlesischen Zinkherstellung besaß. Er war faktisch kein Fürst, hatte aber nach der Thronbesteigung von König FW IV. im Jahr 1840 die königlichen Ehrentitel Kammerherr und Oberlandmundschenk in Schlesien bekommen.

Erdmannsdorff 20. August 1844, Abends ½ 11 Uhr

Lorchen! Lorchen! siehst Du mir’s nicht an den Zügen der Schrift an, daß ich glücklich bin – Ein Brief von meinem einzig Lieb ist da – vom 13 u 14t(. Wie ausführlich u brav u liebenvoll u so ganz Loren. Ach Lore, das macht mich so froh u ih [ich] danke danke, danke, Dir viel tausendmal. – Mein Tagebuch wird kurz sein. Nach dem Café hab‘ ich über 7 Stunden !!!!!!!! gearbeitet. Gegen 4 Uhr kamen die Fischbacher. (Das war Onkel Wilhelm von Preußen mit Familie, die ihren Sommersitz in Fischbach hatte.) Ich war aber erst gegen ½ 5 Uhr mit Vorträgen fertig. Die Liste der Tischgenossen leg‘ ich bei. […]. Eigentlich Fremdes war nur Graf Henkel der tiefbekümmerte Zinkfürst (wegen Prozess Verlust der ihm, wenn das Ober Tribunal nicht reformirt 9,000000 [Millionen] Taler kosten dürfte).

Der wenig risikofreudige Graf Henkel war in Bezug auf Investitionen sehr zurückhaltend. Aus der Tatsache, dass für 1847 hohe Produktionszahlen überliefert sind, kann man annehmen, dass der hohe Geldbetrag durch das Oberste Gericht reduziert worden war. Seine Frau, Julie Gräfin von Bohlen, war eine für die sozialen Projekte der Königin Elisabeth engagierte Freundin, die 1845 mit einem Wangenkuss begrüßt wurde.

Nach dem Tod seines älteren Sohnes am 16. Juni 1848 übernahm der 2. Sohn des Zinkfürsten, Guido, 1848 die Besitztümer und wurde nach deren Erweiterung einer der reichsten Männer Preußens. [Gefürstet wurde der Reichsgraf Guido erst durch Kaiser Wilhelm II.]

 

So wie der eben vorgestellte Briefbeginn geben alle Briefe Zeugnis von einer tiefen Liebe zwischen den Eheleuten. Es ist auffällig, dass sie sich gegenseitig Lore nennen. Das Wort Lore kann vom mittelhochdeutschen Lure für Elfe abgeleitet werden. Im Band 2 des Briefwechsels haben wir die Oper Feensee beschrieben, in der Königin Elisabeth am 15. Oktober 1840 als Gemahlin des Feenkönigs Oberon und in der Mittsommernacht verzauberte Elfenkönigin Titania dargestellt wurde. Bei einem Besuch des Neuen Museums finden Sie im Erdgeschoss im ehemaligen Vaterländischen Saal links bei den Freskomalereien zur Edda an der Fensterseite die Titania mit im Mondschein tanzenden Elfen dargestellt.

Es gibt viele Kapitel, bei denen ich markante Aussagen zur Überschrift gewählt habe. Wir möchten Ihnen hier nur wenige Beispiele vorstellen. Am 17. August 1844 schrieb der König seiner Gemahlin aus Schloss Erdmannsdorf in Schlesien:

FW: Wie ist mir’s hier so öde ohne Dich!!!

Letzlingen 29 Oktober 44. 11 Uhr Nachts

Guten Abend Aller Geliebteste. Ich kann diesen Tag nicht beschließen ohne der Lore, der braven, der guten Lore: ‘was Lieb’s gesagt zu haben.

Am 4. April 1845 aus Potsdam: Ich aber bin Lore, Dein kreutzbraver, nach Dir langender u bangender Lore u will mich nun legen.

Die Königin begann Ihre Briefe, indem sie einen sprachlichen Gleichklang erzeugte, oft durch die Wiederholung der Worte brav und lieb:

E.: Sans Souci Sonnabend, d(. 31n Maÿ 1845 um 11 ¼ Uhr

Gestern, mein einzig Lieb, mein aller Bestes, hatte ich die große Freude einen braven Brief von meinem Lieb zu bekommen während dem Essen. Tausend, tausend Dank, das war gar zu lieb vom Lorchen. Gottlob, daß es Dir gut ging.

Das änderte sich am Morgen des 26. Juli 1844. Das Königspaar ging mit Hut und Reisemantel kurz vor halb 9 Uhr die Treppen ihrer Wohnung im 1. Stock des Berliner Residenzschlosses herunter zum Portal 1, um dort den Reisewagen zur Fahrt nach Erdmannsdorf zu besteigen. Da die Schloss-Höfe von den Berlinern zum Durchgang benutzt wurden, standen wie gewöhnlich einige Neugierige an der Schlosstreppe in der Nähe des Reisewagens. Nachdem Königin Elisabeth im Wagen Platz genommen hatte, bestieg auch der König das Reisegefährt. Gerade in dem Moment, als der Diener den Tritt zurückschlagen und der Kutscher anfahren wollte, sprang ein Mann aus der Menge an den Wagenschlag und gab aus einer Doppelpistole zwei Schüsse auf das im Wagen sitzende Königspaar ab. Der Magistratsregistrator Nemitz hatte das Feuern gesehen, war von der rechten Seite auf die linke des Attentäters gesprungen, hatte den Mann zugleich mit dem Unteroffizier der Schlosswache gefasst und zurück gerissen. Der Kutscher fuhr schnell bis zur Kurfürstenbrücke vor und hielt dort an.

Die Königin war gerade mit dem Lesen der ihr überreichten Bittschrift beschäftigt gewesen, als sie das Knallen hörte. Der König öffnete seinen wattierten Mantel und den Überrock. Beide waren durchlöchert. Sie hatten die Wucht der ersten Kugel aber abgewehrt. Dennoch hatte das Geschoss um das Brustbein des Königs herum eine gerötete Stelle ausgelöst.[i] Die Kugel, die den König getroffen hatte, fand man auf dem Boden. Bei der Durchsuchung des Wagens entdeckte man eine zweite Kugel in der oberen Wagenecke. Sie musste über den Kopf der Königin geflogen sein und hatte dabei ihren Mantel und den Hut gestreift. Die Königin saß nach dieser Erkenntnis wie zu einer totenblassen Statue erstarrt in der Kutsche.

 

Zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt lesen wir seinen Brief von diesem dramatischen Tag. Er hatte so abgeschieden in Potsdam neben dem Gärtnerhaus in Charlottenhof gewohnt, dass er erst in Berlin von der schrecklichen Nachricht erfuhr.

Berlin, 26. Juli 1844

Muß ich in meinem Vaterlande, dem 75. Geburtstag zu nahe, solche eine Schandtat erleben! Ein niedriger Bösewicht sollte alle unsere süßesten Freuden, alle Hoffnungen der Menschheit, die an eine lange Regierung Ew. Majestät geknüpft sind, frevlerisch hinmorden! Ich hörte die Schreckensnachricht, als ich um 11 Uhr mit meinen Büchern von Potsdam zurückkam. Graf Redern konnte mir alles erzählen. Mag man es in der Sprache der neuen Zeit „Zufall oder eine isolierte Tatsache“ nennen, der Eindruck ist nicht minder erschütternd für die Einbildungskraft, ja für die Vernunft, die erkennt, was heilig und ehrwürdig und wohltätig und liebreich ist. Welche ein göttlicher Schutz, der Sie gerettet und die teure Königin, die beide Tod oder schmerzhafte Verwundung bedrohte. […] Der Anteil, die Liebe des Volkes äußern sich laut auf den Gassen. Nur die Feinde Ew. Majestät, die Unverständigen und Leidenschaftlichen können die Liebe des Volkes verdächtigen. Auch das männliche Gemüt und den edlen Mut in so ernsten Augenblicken höre ich gern preisen. Wie sollte ich mir die Freude versagen, ehe die Sonne untergeht, Ew. Königlichen Majestät und der erhabenen Königin die Gefühle meines alten, dankbaren Herzens ehrerbietigst darzubringen. …

 

Und was schrieb die Königin 2 Wochen später in Ischl in Österreich über die Folgen des Attentats an ihren Gemahl?

Ein ganz neues Leben hat für mich angefangen.

Jschl. den 12. August 1844.

Mondtag um 10 ¾.

So ist es denn wirklich wahr, mein Lieb ich bin getrennt von Dir, zum ersten mal getrennt seitdem ein ganz neues Leben für mich angefangen hat, seitdem ich ganz neue Sorgen kennen lernte. Ach Lorchen, ich ringe immer nach Vertrauen u Zuversicht, ich lebe beständig darum, aber es ist schwer, es ist ein so großer Schmerz. Du bist darüber erhaben, aber habe Mitleiden mit mir. – Gestern sah ich Dich noch wegfahren von meinem Fenster u hörte Deine Stimme, dann warf ich mich auf die Knie u weinte bitter([lich], wie jetzt wieder, während ich schreibe. ...

 


[i] Brief an Prinz Johann vom 31. Juli 1844. Beschreibung im Tagebuch von Rauch. Landesarchiv Berlin, A Pr Br. Rep 030 Tit. 94, Nr. 8509: Attentate auf Mitglieder des Kgl. Hauses, 1848-1855.

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Schlagworte zu einigen Themenkreisen im Buch:

- Geschichte Preußens, Sachsens und Bayerns

- Musik- und Theatergeschichte

- Deutscher Zollverein

- Monarchen-Treffen

- Aufgaben der Königin

- Familien-Geschichten aus europäischen Herrscherhäusern

- touristische Beschreibungen aus Dresden und Ischl

- Militärgeschichte

- ausführliches Orts- und Personen-Ortsverzeichnis (mit Lebenseckdaten)

- Kosenamen-Verzeichnis

- 15-seitiges Fazit von Dorothea Minkels

- 18 Seiten farbiger Bildanhang zum Hoffest von Ferrara im Berliner Schloss (mit  Porträts der Mitwirkenden)

 

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 Der 2. Band des Briefwechsels

ist  seit dem 15.10.2015, dem 220. Geburtstag von König Friedrich Wilhelm IV., in deutschen und vielen ausländischen Buchhandlungen bestellbar !

 

Autoren:

Friedrich Wilhelm IV. von Preußen & Elisabeth von Baiern, Dorothea Minkels

  

Titel:

Briefwechsel des Königspaares

Band 2: 1840-1843:

Preussens erster moderner König

 

Aus den Akten des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz Berlin:

Transkribiert von Dr. Wulf-Dieter Wagner, Frank Selge (M.A.), Dr. Inga von Sydow,

Kommentiert von Dorothea Minkels. Übersetzungen: Klaus Aleker-Owens.

 

Der Band 2  enthält 97 Briefe des Königs an Königin Elisabeth: aus Stendal, Salzwedel, Berlin und Charlottenburg, Kolbnitz, Erdmannsdorf, Glogau, Frankfurt/Oder, Sans-souci,  dem Neuen Palais und im Schloss in Potsdam, Paretz, Magdeburg, Hagen, Aachen, Ostende, Windsor Castle, Buckingham Palace in London, Im/Den Haag/Niederlande, Landsberg, Posen, Bromberg, Danzig, Peterhof/Russland, Krasnoi-Sélo/Russland,  Jelagin, Memel, TIlsit, Königsberg, Hannover, Stettin, Cöslin, Schloss Marienburg, Greifenberg, Stargard, Greifswald, Putbus, Anklam, Frankfurt, Kyritz, Lüneburg, Schloss Falkenstein.

Band 2 enthält 96 Briefe der Königin Elisabeth an König Friedrich Wilhelm IV. aus: Berlin, Domanze, Pilsen, Regensburg, Tegernsee, München, Dresden, Sans Souci, Charlottenburg und Pilniz.

Zum ersten Mal wurden alle 193 im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin aufbewahrten Briefe, die sich das Königspaar Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und Elisabeth zwischen 1841-1843 geschrieben hat, veröffentlicht. Sie sind der Tatsache zu verdanken, dass der preußische König sehr viel herumreiste. Keiner der Könige vor Friedrich Wilhelm IV. war so extensiv durch seine Territorien gereist. Die transkribierten Briefe des Königspaares geben einen lebendigen Einblick in die ersten dreieinhalb, die erfolgreichsten Regierungsjahre des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen.

Friedrich Wilhelm IV. war ein Bildungs-Reisender im eigenen Land und im Ausland. Interessant sind auch die persönlichen Eindrücke von Treffen mit acht Monarchen, mit der Königin Victoria von Großbritannien und Irland, dem Kaiser Nikolaus I. von Russland, den Königen der Niederlande, Belgien, Dänemark, Bayern, Sachsen und Hannover.

Es liegt in der Natur des Briefwechsels, dass wir daraus nur aus der Zeit der räumlichen Trennung etwas über das Privatleben und die Gedanken des Königspaares erfahren. Die zeitlichen Lücken werden daher von den Herausgebern mit Informationen in Kurzblöcken überbrückt. Dabei werden u.a. zeitgenössische Zeitungsberichte, Informationen aus Akten des Staatsministeriums sowie Ausschnitte aus Briefen an andere nahe stehende Personen eingeflochten.

Anlässlich des 220. Geburtstags des König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wollen die Herausgeber ihn selbst verstärkt zu Wort kommen lassen. In diesem Buch finden Sie außer dem transkribierten und ausführlich kommentierten Briefwechsel mit seiner Gemahlin Elisabeth viele seiner öffentlichen Reden zu großen politischen, militärischen und kulturellen Ereignissen. Die Leser können den als Landesvater auftretenden Monarchen anhand seiner eigenen Ansprüche und Aussprüche beurteilen. In den Briefen wird an einigen Stellen die jeweilige, manchmal unterschiedliche persönliche Einstellung des Königspaares dazu erkennbar.

Wer diesen Briefwechsel gelesen hat, kann die Reduzierung dieses vielseitigen fleißigen Königs auf das allgemein verwendete Etikett des Romantikers auf dem Thron nicht als korrekt ansehen. Friedrich Wilhelm IV. war ein geschickter Taktiker, der u.a. stecken gebliebene internationale Verträge des deutschen Zollvereins zum Abschluss brachte. Dem protestantischen Herrscher gelang es, den Kölner Dom weiter bauen zu dürfen. Er und Elisabeth legen durch ihr kulturelles und soziales Wirken auch Zeugnis dafür ab, dass Preussen nicht als ein Staat gesehen werden kann, in dem der Militarismus vorgeherrscht hat.

Wenn man die verschiedenen auf Veranlassung des Königs in ganz Preußen geplanten - und zum Teil realisierten - Schöpfungen betrachtet, erfährt man von den vielen kleinen Schritten, die notwendig waren, um die Intention von Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth als kulturelle Weltbürger umzusetzen. König FW IV. hatte die Zeichen der Zeit verstanden. Er begann den mühsamen Weg, den Agrar- und Militärstaat Preußen in einen Industrie- und Kulturstaat umzuwandeln. Die Früchte dieses Unterfangens genießen wir heute noch, obwohl Preußen 1947 abgeschafft wurde. Nach der Lektüre der Briefe drängt sich der Gedanke auf, dass Preussen in diesem Königspaar wohl das intelligenteste Ehepaar hatte, das jemals auf den Thron gelangte.

 

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  Übersicht über die Abbildungsseiten im Anhang (As. 1-30):

 

As

Thema

Zu Briefen,

zu Kapitel

Far-big

S-W

Bezug

1

Nun stütze mich, Elise!

Kap. 2.1.

 

x

 ...

2

Huldigung in Königsberg

Kap.2.7.3.

 

x

 

...

3

Einzug in Berlin und Huldigung

Kap.2.7.4.

 

x

 

...

4

Renaissance-Saal und Geschenk des

Magistrats von Berlin

Kap.2.7.5.

x

 

 

...

5

8. Jahresbericht: Kinderbewahranstalten

Kap. 4.2.2.

 

x

 

...

6

Selbstbildnis des Königs zum Besten von Kinderbewahr-anstalten

Kap. 4.2.2.

 

x

 

...

7

Schloss Erdmannsdorf

Briefe vom

23.9.1841 bis 2.10.1841

x

 

 

...

8

Schloss Kamenz

FW IV. 23.9.1841

x

 

 

...

9

Schloss Tegernsee und Umgebung

Briefe E KvP 8 bis E KvP 15.

x

 

 

...

10

Der Tegernsee und Umgebung

Briefe E KvP 8 bis E KvP 15.

x

 

 

...

11

König FW IV. im Stammbaum des Prinzen von Wales

Kap. 5.3.

 

x

 

...

12

Faksimile des Briefes FW IV. vom 17.4.1842

FW IV. 6/1842

 

x

 

...

13

Faksimile des Briefes E KvP 53/1842

vom 25.6.1842 aus Dresden

x

 

 

...

14

Faksimile: mit Elises Brief tanzender Fritz: vom 27.6.1842 aus Danzig

FW IV. 61/1842.

 

x

 

...

15

Zeichnungen zur Ankunft von FW IV. in Russland mit dem Kriegsschiff Bogatyr; Die Gäste der Kaiserpaares auf dem Balkon von Schloss Peterhof

FW IV. 64/1842;

 

FW IV. 63/1842.

 

x

 

 

...

16

Cottage der Kaiserin; Wohnungen der Gäste der Kaiserpaares

FW IV. 69/1842;

72/1842

x

 

 

...

17

Papierbruch

FW IV. 69/ 1842

 

x

 

...

18

Impressionen zwischen den Zeilen

FW IV. 72/1842 (Reval);

 

x

 

...

19

Dresden

E KvP 52/1842

bis 66/1842;

E KP 75/1843.

x

 

 

...

20

Das Sommerschloss Pillnitz

E KvP 72/1843 bis 89 (vom

1.6.1843 bis 16.6.1843).

x

 

 ...

21

Blick auf Pillnitz von der Ruine aus

E KvP 56/1842;

E KvP 89/1843.

x

 

 ...

22

Das Dombau-Fest in Köln

Kap. 5.8.

 

x

 ...

23

FW IV. im Spiegel

FW IV. 28/1841; 57/1842; 67/1842; 78/1843.

 

x

 ...

24

Unterschriften von König FW IV.

FW IV. 56/1842; 61/1842; 73/1842; 77/1843; 91/1843; 94/1843.

 

x

 ...

25

Unterschriften von König FW IV.

FW IV. 44/1842; 45/1842; 46/1842; 47/1842; 48/1842; 63/1842; 70/1842; 98/1843.

 

x

 ...

26

Hoffest von Ferrara

Kap. 6.4.1.

x

 

 ...

27

Zeichnungen der Königin Elisabeth

E KvP 26/1841; 53/1842.

 

 

x

 

 ...

28

Reise-Plan für den König, 1843

Kap. 6.5.

 

x

 ...

29

Besichtigungen in Pommern

Kap. 6.5.

 

x

 ...

30

Der Schwanenorden im Kirchenfenster

Kap. 6.9.2.

x

 

 ...

 

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 Leseprobe

aus dem 54. Brief des Königs an seine Gemahlin Elise -

 seinen Besuch im Rheinland betreffend:

 

FW IV. – 54 / 1842   |   GStA PK, …

Im Haag  9 Febr(:[uar] 1842 früh ½ 9 Uhr

 Guten Morgen Geliebtestes Lorchen. ……….

In Elten [1], dem 1 Preß:[Preußischen] Städtchen waren Pfuel u Bodelschwingh. Erstern nahm ich bis Wesel mit, Letzten von da bis hier – der Enthusiasmus der biedern Cleveländer, der entsetzlich ist, hat m:[meinem] Herzen unsäglich wohlgethan, zumal in Wesel, Ruhr=Irt u dem vortreff(:[lichen] Duisburg.[2] Jh [Jch] mußt lange u gut regiren um das verdienen zu können! …

 

Coeln nach 10 Uhr Abends 11 ter

Die heilige [3] Stadt Cöln war heut wie toll.[4] Solch Gedränge als ich eingefahren bin, dß [daß] mir angst u bange war, es köt ein Unglück geschehen. …

 


[1] Elten auf dem Eltenberg über der Rheinebene, 967 Damenstift, Reichsstift, seit 1815 preußisch. Heute ist Elten ein Teil der Stadt Emmerich.

[2] Duisburg in der Nähe des Flusses Ruhr: durch einen Kanal mit dem Rhein verbunden. Textilmanufakturen, Tabakverarbeitung.

[3] Heilige Stadt Köln wegen der Reliquien der Hl. 3 Könige im Dom.

[4] Kölner Oberbürgermeister war seit 1823 Johann Adolph Steinberger (1777-1866), Jurist, Notar, von 1837-1841 Vertreter des dritten Standes (Bürger und freie Bauern) im Rheinischen Provinziallandtag, Vorsitzender der Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft, Vorstandsmitglied des Kölner Dombau-Vereins.

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 Leseprobe

aus dem 72. Brief der Königin Elisabeth an ihren Gemahl Fritz

zum Besuch der Bastei:

  

Pilniz den 2ten Juni 1843

... Nach Diné soll eine Partie nach der Basteÿ [Bastei] gemacht werden, vermuth([vermutlich] eine etwas nasse Partie, es hat heute schon regnet u ist grauer Himmel, aber die Luft sehr mild was eine große Wohlthat [Wohltat] ist. …

Nach Tisch mußten wir uns alle Hut u Kopf anziehen um nach der Basteÿ [1] zu fahren. Der Abend war herr([herrlich] u warm, aber die Partie lange u fatiguant, denn wir machten eine ungeheure Promenade zu Fuß, trozdem, daß als ich Marie sagte, ob man nicht viel gehen würde, weil Adine nicht im Stande wäre, eine große Fatigue zu ertragen, sie mir antwortete, es wären nur ein paar Schritte zum Ufer zu gehen. Zum Glück fanden sich Träger, sonst wäre Adine liegen geblieben, denn wir gingen viel durch Felsen u Thal, ich weiß nicht wie der Grund heißt. Jch war so échouffirt [2], daß eingedenk meines Lorchens, ich mich in eine geschlossene Gondel sezte. Fidesel kam mit mir, dann auch Selma die ihre Elisabeth rief, u Schröder der immer für seine Gesundheit besorgt ist. Die Fahrt war sehr angenehm. Wir sprachen [Seitenumbruch: Fließtext] viel mit Helene [3], sie war gesprächig u interessant zu Pyrna [4] nahm ich Abschied von der geliebten Adine. Diana hat sie mit genommen. Unterwegs sah sie Sophie die ganz enchantirt von ihr ist, u sich gleich ganz heim([heimisch] mit ihr fand. – Wir kamen erst um 10 ¾ Uhr hirher zurück, ich tod[t]müde.

 


[1] Der 305 m über dem Meeresspiegel liegende Basteifelsen gehört zu einer berühmten Felsformation im Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz) am rechten Ufer der Elbe zwischen der ehemaligen Felsenburg Neurathen und Wehlen. Von der Bastei hatte man gute Aussichtsmöglichkeiten auf den Lilienstein, den Königstein und den Pfaffenstein. 1826 war die erste hölzerne Basteibrücke über eine 40 m tiefe Schlucht (Martertelle) gebaut worden. Sie verband die Bastei vom vorgelagerten Felsriff mit den Steinschleuder und Neurathener Felsenthor genannten Felsen.

[2] Erhitzt.

[3] Die Großfürstin Helene von Rußland weilte mit ihren drei Töchtern, den Großfürstinnen Maria, Elisabeth und Katherina bis zum 6. Juni 1843 in Pillnitz. (Nachricht über deren Abreise von Dresden nach Teplitz in der Wiener Zeitung unter „Deutschland.“, S. 1249 vom 13. Juni 1843.)

[4] Die Stadt Pirna grenzt im Norden an Dresden. Hier tritt die Elbe aus dem Elbsandsteingebirge und bildet das Tor zur Sächsischen Schweiz. 1837 war die Dampfschifffahrt mit dem Raddampfer Königin Maria aufgenommen worden. Es war nach der aktuellen sächsischen Königin, der Schwester der preußischen, benannt worden.

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 Aktuelle Fotos von D. Minkels von der Bastei:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Die Überschriften aus dem Fazit der Kommentatorin Dorothea Minkels:

 Kapitel 7, S. 539 - 551

 

 7.1. Zu den Briefen des Königs

 7.1.1. Nonverbale Informationen in den Briefenden

 7.1.2. Eine Liebe unter Königskindern

 7.1.3. Militärische und politische Passagen in den Briefen des Königs

 7.1.4. DIe verschlüsselte Geheimsprache des Königspaares

 7.1.5. König  FW IV. als Erfinder von Wortspielen und der Sprechblase

 

 7.2. Zu den Briefen der Königin

 7.2.1.Informationen auf den Originalumschlägen

 7.2.2. Die auffallend kleine Handschrift der Königin

 7.2.3. Die Zeichnungen der Königin in den Briefen

 

 7.3. Die genannten Personen

 7.4. Das derzeitige Geschichtsbild zum Königspaar

 

 7.5. Zusammenfassung: Der erste moderne König

 

 

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Königin Elisabeth von Preussen Gesellschaft e. V. | 1. Vorsitzende: Dorothea Minkels, Berlin. KEGeV-Berlin@t-online.de